People Pleasing und Fawn- Reaktion

People Pleasing und Fawn- Reaktion

People pleasing – wieder so ein englischer Begriff, aber ich finde er trifft es genau. Es gibt das “nettsein” was an sich ja nicht schlimm ist und sogar erstrebenswert, solange es nicht gegen die eigenen Bedürfnisse geht. Ich verwende den Begriff hier als symptomatische Beschreibung. Denn zum einen gibt es das “nettsein” auch in einer krankhaften Art und Weise und zwar dann wenn es nicht um das nett sein an sich geht sondern viel tiefer um z. B. Vermeidung von Ablehnung, Sicherheit durch Harmonie etc. und zum anderen ist “people Pleasing” auch ein Symptom der sogenannten Fawn-Reaktion.

Der was? Hier die Erklärung von Wikipedia:

Die Fawn-Reaktion (aus dem Englischen für “anbiedernd/einschmeichelnd”), aber auch Bambi-Reflex genannt, ist eine Überlebensstrategie bei Stress oder Trauma, bei der Betroffene durch extremes Anpassen, Gefälligkeit und Unterwerfung Sicherheit suchen. Sie entsteht oft durch frühe Kindheitstraumata, um Konflikte zu vermeiden und Bindungen zu sichern.

Symptome sind unter anderem das people Pleasing, ständige Grenzüberschreitung – sowohl durch sich selber als auch durch andere, Verlust der eigenen, authentischen Identität und Überlastung – emotional und körperlich durch ständige Anspannung. Es handelt sich hierbei um eine Traumafolge.

So und jetzt? Also für mich ist diese Erkenntnis ein echt großer Schritt. Es ist immer schon ein erster Erfolg, wenn das Kind einen Namen hat und wenn ich erfahre dass es eine Erklärung für mein Verhalten gibt. Es ist keine Schwäche dass ich nicht schaffe mal nicht zu nett zu sein und es ist nicht damit getan einfach etwas egoistischer zu sein. Es geht viel mehr darum erstmal anzuerkennen, dass es eine Überlebensstrategie ist, die dafür gesorgt hat, dass ich heute noch hier bin. Es ist vorerst nicht wichtig daran etwas zu ändern und das nimmt ganz viel Druck raus.

Und erst dann kann ich für mich überlegen ob und was ich ändern möchte, es aber nicht muss. Wie die weiteren Schritte aussehen wird Teil der Therapie sein.

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