Innere Einsamkeit
Schon so lange ich denken kann ist sie da – die innere Einsamkeit, das Gefühl der Leere.
Im Außen bin ich nicht alleine und auch nicht einsam. Das ganz und gar nicht. Ich würde behaupten ein gutes, stabiles Netz aus Herzensmenschen zu haben. Viel mehr geht es um das innere Gefühl. Meistens ist da einfach nichts. Ich fühle mich innerlich so leer, manchmal richtig tot und abgestorben.
Ich stelle dann oft mich und mein Dasein in Frage. Bin ich nur eine leere Hülle? Besonders deutlich spüre ich das wenn ich mit mir alleine bin. Nicht verwunderlich, dass ich alle möglichen Strategien nutze um das Loch, die innere Leere zu füllen. Nicht umsonst gibt es den Satz “ich hab ein Loch im Bauch”, denn das Essen ist eine der Strategien dieses Loch zu füllen. Mit mäßigem Erfolg. Auch durch die Selbstverletzung und dem damit verbundenen Schmerz, kann ich von der inneren Taubheit und Leere ablenken. Ich spüre etwas, wenn auch nur Schmerz, aber ich fühle mich gewissermaßen lebendig. Ich kann gut verstehen wie in diesem Zusammenhang auch andere Süchte entstehen. Immer ist es eine Suche oder Sehnsucht nach etwas und ein Versuch diese Sehnsucht zu stillen.
Schon immer bin ich im Außen auf der Suche, da ja in mir scheinbar nichts zu finden ist. Oftmals wurde und werde ich dort auch fündig. Ich habe schon das kleinste Fitzelchen an Zuwendung dankbar angenommen. Leider auch “Zuwendungen” die schädlich, gefährlich und traumatisch waren. Ich machte da kaum einen Unterschied, bzw. dachte ich es steht mir nicht zu, auch noch Ansprüche zu stellen.
Lange Zeit habe ich sehr viel Zuwendung von meiner Therapeutin erhalten – sehr viel. Das tat so gut, es war sehr nährend, auch wenn es nicht reichte das Loch zu füllen.
Dass es jetzt in dieser Beziehung eine so krasse Wende gibt, war und ist für mich ein Schockerlebnis, wenn nicht sogar traumatisch, da mir viel an Sicherheit, Verlässlichkeit, Vertrauen und Bindung verloren ging. Ich fühle mich von ihr verlassen und im Stich gelassen.
Und da ist sie wieder so deutlich spürbar, diese Leere, die innere Einsamkeit. Das unerträgliche Gefühl nicht ich sein zu wollen. Und die Erfahrung, dass die Zuwendungen im Außen auf die eine oder andere Art nicht sicher sind oder aprupt enden können. Das ist ein sehr beängstigender und bedrohlicher Gedanke.
Und sofort ploppt die alte Verlustangst auf. Was mach ich bloß, wenn ich meine Nächsten verliere? Wenn ich Herzensmenschen verliere? Ein nicht aushaltbarer Gedanke…