Aus der Bahn geworfen
… wurde ich oder habe ich mich? Welche Bahn eigentlich? Die “normale” Umlaufbahn? Doch was heißt schon “normal”? Ich bezeichne ja gerne andere als normal und mich als unnormal. Doch das bedient nur wieder das schwarz-weiß-Denken. Also lasse ich das einfach mal so stehen. Ich mag jetzt auch nicht groß über die letzten Monate schreiben auch wenn es viele Erkenntnisse, sowohl positive als auch negative gab. Nochmal zurück zur Bahn, es muss ja nicht dass Ziel sein wieder in die “alte Bahn” zu kommen, vielleicht war die Bahn nicht mehr die richtige, nicht mehr passend? Vielleicht geht es nun einfach anders weiter? Wie das genau aussieht kann ich noch gar nicht sagen.
Gerade was das therapeutische Setting angeht, scheint es nun an der Zeit zu sein komplett die “Bahn” zu wechseln. Neben all dem Schmerz und der Trauer, die die Beendigungen mit sich brachten, bietet sich mir nun aber auch die Möglichkeit mich neu auszurichten. Was brauche ich? Worin benötige ich Unterstützung? Wer kommt in Frage?
Ich brauche noch Unterstützung, eine Begleitung, die mich immer wieder an meine Erkenntnisse erinnert, mit mir bespricht warum ich Gelerntes nicht umsetzen kann, warum es mir so schwer fällt alte Muster aufzugeben, was mich immer noch / wieder daran festhalten lässt, die mir hilft meine Ziele in kleine Etappen einzuteilen und mit mir eine Stück den Weg entlang geht.
Diesmal wird es von Anfang an Regeln und Grenzen geben, mehr Eigenverantwortung. Schluss mit der Nestwärme. Das macht mir schon auch Angst und lässt mich immer wieder in den kleinen, hilflosen und schutzbedürftigen Anteil verfallen, der so verzweifelt, so einsam, kalt und alleine ist. Er wird allerdings nie im Außen das finden wonach er sich so sehnt. Auch eine der Aufgaben, um die es gehen wird.
Es wird viel um meinen Wert gehen, was ich mir selber wert bin. Zu erkennen, dass ich das für niemand anderen mache, nur für mich. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Es ist so viel leichter für jemand anderes zu arbeiten, Ziele für etwas Lob und Anerkennung zu erreichen. Doch nur für mich? Puh, schwer vorstellbar.
Tja, die Überlegung wer für so eine Art Begleitung in Frage kommt, ist sehr von den freien Kapazitäten abhängig. Also es bleibt mir nicht all zu viel Wahl. Die Suche gestaltet sich extrem schwierig und ist sehr frustrierend. Zum einen geht es darum überhaupt jemanden zu finden, der ein Vorgespräch anbietet. Dann müssen auch noch das Verfahren und die Erfahrung stimmen. Die Kombi meiner Störungsbilder kann und will nicht jeder behandeln. Wenn es gut läuft habe ich eine Therapeutin in GAP gefunden. Der Antrag über die Kasse läuft, da sie eine private Praxis hat.