Die klaffende Schere
Ich merke, dass die Schere zwischen dem wie ich mich nach Außen gebe und wie es innerlich in mir aussieht immer mehr auseinander klafft. Es ist nun an der Zeit etwas dagegen zu tun. Ein erster Schritt dafür ist, dass ich lerne zu benennen was in mir vorgeht und in einem zweiten Schritt anerkenne was da ist und mich mit all dem auch ernst nehme. Dann erst kann ich versuchen dies auch nach Außen zu tun. In einem ersten – vielleicht etwas unüberlegten Versuch -, habe ich ein instagram Profil erstellt, auf dem ich mich offen zeigen wollte. Zwei Beiträge habe ich online gestellt, dann hat mich eine Nutzerin gemeldet und die Beiträge wurden entfernt. Zudem hat diese Nutzerin mir eine Nachricht geschrieben wie unverantwortlich meine Beiträge seien und ob ich nicht an andere Betroffene denke, die das triggern könnte. Das hat mich sehr getroffen, denn ich habe vorher sehr wohl und genau überlegt was ich wie schreiben kann / soll. Zudem hat es mich sehr erschüttert und (kurz) die Seite gefüttert, die sich bestätigt fühlt – “du darfst dein wahres Ich nicht zeigen, dann geht es anderen schlecht”, “es will keiner sehen/hören”… OK, – Realitätsüberprüfung – es war eine Nutzerin, die sich beschwert hat und mit meinem Inhalt nicht umgehen konnte. Vielleicht ist instagram auch nicht der passende Platz dafür. Nein, ganz und gar nicht, denn eigentlich sind meine Gedanken viel zu privat um sie mit völlig Fremden zu teilen. So ist über Umwege diese Seite entstanden. Ich muss sagen schon allein der Gedanke daran, dass es diese Seite gibt, dass ich mir selbst eine Plattform geschaffen habe auf der ich mich mit allen Anteilen zeigen darf, gibt mir Hoffnung. Gewisse Anteile in mir dürfen ihr Schattendasein beenden und haben so die Möglichkeit mit ins große Ganze integriert zu werden, um dadurch eins zu werden, heil zu werden.