Ohne Therapie
Nach der Tagesklinik war ich “plötzlich” ohne ambulante Therapie.
Klar war es kommuniziert, dass die Therapie bei Frau M. in Kürze endet. Und, ich hatte ja sogar schon eine Anschlusstherapie. Das Konzept dort – körperorientierte Traumatherapie (Somatic Experiencing) wäre genau das passende gewesen. Doch trotz Zusage sprang die Therapeutin kurzfristig ab und teilte mir mit, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit mir nicht (mehr) vorstellen kann. Das hat erstmal gesessen.
Zum Glück hatte ich ja noch eine Therapeutin in einer Privatpraxis, die auch diese Art der Therapie anbot. Bei dem Versuch einen Termin zu vereinbaren, teilte auch sie mir mit nun keinen freien Platz mehr zu haben.
Und zu allem Überfluss bekam ich von der Leitung der Nachsorgegruppe auch die Nachricht, dass mein Platz weitergegeben wurde.
D.h. mit einem Schlag war mein komplettes therapeutisches Netz weg. Das war schon erstmal ein Schlag. Und das genau nach der intensiven Zeit der Klinikaufenthalte.
Zuerst konnte ich mich recht gut halten. Ich denke ich war auch noch frisch “aufgeladen” von den vielen Therapien, den Impulsen und der Motivation die ich von dort mitnahm. Ich machte mich voller Elan auf die Suche nach einer neuen Therapeutin. Es stellte sich aber schnell heraus, dass es eine Mammutaufgabe ist und ziemlich entmutigend und frustrierend. Ich habe glaube ich 4 Din A4 Seiten an Adressen angeschrieben und abtelelefoniert. Viele Antworten lauteten, dass sie keinen Platz haben und auch keine Warteliste geführt wird. Ein paar wenige Erstgespräche hatte ich, aber ohne Aussicht auf einen Therapieplatz. Mal lag es an der Kapazität, mal an der Schwere der Symptomatik oder der mangelnden Frequenz an Stunden die möglich wäre.
Über Umwege kam ich zu Frau D. in GAP. Sie führt eine Privatpraxis, arbeitet aber viel mit dem Kostenerstattungsverfahren der Krankenkassen. Mit vielen Hürden und Nachweisen ist es mir gelungen zumindest 5 probatorische Sitzungen anteilig bezahlt zu bekommen. Allerdings ist der Anteil sehr überschaubar – von 150 € übernehmen sie gerade mal 80 €. Sollte das bei den Therapiestunden auch so sein, muss ich mir das echt überlegen. Doch dann stehe ich wieder komplett ohne da.
Was ich bisher ja völlig außer Acht gelassen habe ist die Tatsache, dass die Stunden ja dann gleich über den Gutachter laufen müssen, was für die Therapeutin erstmal viel Arbeit bedeutet. Sollte es aber mit der Therapeutin bzw. der Krankenkasse nicht klappen bin ich wieder ganz am Anfang.
Ich merke zunehmend eine Verschlechterung der Symptomatik – zum Teil sehr erschreckend. Ich kann momentan keine oder nur sehr wenig Motivation aufbringen. Ich fühle mich so müde und erschöpft. Aber auch ziemlich depressiv.
Ich hoffe wusch so sehr, dass das alles klappt und ich wieder eine Anlaufstelle habe.