Wenn die Depression anklopft…
… dann wache ich auf und bin doch so müde. Dann ist es dunkel obwohl die Sonne scheint.
Wenn mir auch das Leben oft zu kurz erscheint, dann ist es in der Depression viel zu lang. Ein Tag ist schier unendlich, gefüllt mit Schmerzen und Dunkelheit in der Seele. Es ist düster, grau und kalt in mir. So gerne würde ich fliehen. Dem Leben den Rücken kehren. Weg von der Aussichtslosigkeit, der Ohnmacht und den schwarzen Krallen der Dunkelheit die nach mir greifen. Sie wollen mich packen und in ihren Fängen zerdrücken. Manchmal möchte ich diesen Kampf gerne aufgeben, nicht mehr kämpfen, loslassen.
Was ich gestern noch mit Elan begonnen habe, erscheint mir heute unwichtig, belanglos und unerreichbar. Wozu, was ist der Sinn? Die Gedanken sind träge und düster. Der Kopf ist schwer und kaum zu halten. Nicht zusammenzusacken kostet Unmengen Energie.
Ständig hämmert die Depression in meinem Kopf, sie führt mir vor Augen was ich alles nicht kann, was ich nicht auf die Reihe bekomme, was ich nicht schaffe…
Ich habe Angst, dass es von Außen als Faulheit oder Bequemlichkeit angesehen wird. Ich gebe mein Bestes, auch wenn ich mir oft wünsche mehr Energie für z. B. den Haushalt zu haben, gebe ich mein Bestes. Und da ist einfach mal mehr, mal weniger und mal gar keine Energie dazu da. Dann sitze ich einfach nur da, scrolle am Handy ohne was bestimmtes anzuschauen. Sitze da und warte – dass es abends wird, dass der Tag um ist, dass die Zeit vergeht. Nur sitzen und warten, manchmal das einzige das geht. Selbst ein Toilettengang ist dann mit Anstrengung und Überwindung verbunden.
Und dennoch geht es weiter. Langsam dringen auch wieder Sonnenstrahlen zu mir durch. Es wird wieder etwas heller in mir. Ich spüre ein wenig Wärme und Leben in mir. Es wird leichter und heller. Die Depression zieht sich etwas zurück. Bis zum nächsten Mal… Doch in der Zwischenzeit kann ich aufatmen, leben und etwas Kraft tanken.