Der schmale Grat zwischen Sucht und Sehnsucht… Teil 2
Der Text zu “Der schmale Grat zwischen Sucht und Sehnsucht” ist im Moment wieder aktuell. Ich bin nämlich wieder im Krankenhaus.
Ich habe es provoziert. In dem aktuellen Fall haben sich zwei “Süchte” potenziert. Zum einen hat sich das Selbstverletzen wieder in eine Art Suchtbefriedigung verwandelt. Ich brauchte in regelmäßigen Abständen den “Kick”. Um noch wirksam zu sein, musste die “Dosis” natürlich immer mehr gesteigert werden, was schlimmere Verletzungen hieß. Und mit Zunahme der Schwere der Verletzungen, war mir klar, dass es irgendwann zu einem Krankenhausaufenthalt führen würde. Was dann die zweite Sucht bzw. Sehnsucht darstellt.
Nun liege ich hier – gefangen zwischen Gefühlen des sich-wohl-fühlens und des genervt-seins. Wohlgefühle werden von dem Krankenhaus an sich, den Untersuchungen, den Schmerzen, den OPs, Verbänden, Nadeln, Spritzen, Tabletten, Infusionen, Ärzte, Schwestern… etc. ausgelöst. Der negative Aspekt besteht aus unendlicher Langeweile, eingeschränkt sein in meiner Freiheit und meinem Bewegungsraum, getrennt von meinem Alltag, verdonnert zum Betthüten. Ich habe keine Lust mehr auf lesen, Serie schauen, Podcast hören. Ich will in mein Zuhause.
Und so ist es ein Hin- und Hergerissen sein und ich fühle mich mal mehr von der einen und dann wieder von der anderen Seite angezogen. Im Moment hoffe ich tatsächlich drauf, dass ich nach der nächsten Untersuchung in 2 Tagen nach Hause kann.
Die Sehnsucht nach Fürsorge, umsorgt werden und Krankenhaus allgemein ist nun sicher wieder für eine Zeit gestillt. Etwas Sorgen macht mir die andere (Sehn)Sucht. Ich habe Angst wieder diesen Kick zu brauchen. Doch was kommt dann? Nun wäre es wichtig CarvingStrategien an der Hand zu haben, wie ich mit diesem Verlangen umgehen kann. Doch leider bin ich momentan mal wieder Therapeutenlos. Also bin ich auf mich gestellt…