Leben lernen…

Leben lernen…

… so heißt ja mein Blog. Ein etwas seltsamer Ausdruck, oder? Wie kann man denn “leben” erlernen? Man lebt doch einfach. Tja, einfach ist daran leider gar nichts.

Ich lebe in vielerlei Hinsicht mit und nach alten Mustern. Sie alle waren dazu da, zu über”leben”. Und sie haben ja auch geholfen – ich bin noch da. Doch leider sind diese Muster nun veraltet, oft nicht mehr hilfreich oder sogar destruktiv. Es ist also an der Zeit diese Muster abzubauen. Eine schier riesige Aufgabe, habe ich doch das Gefühl nur aus Überlebensstrategien/Mustern zu bestehen.

Was passiert wenn ich sie loslasse? Was bleibt dann noch? Und wer bin ich dann? Fragen, die mir durchaus Angst machen. Auch deshalb weil ich eine vermeintliche Sicherheit aufgebe.

Ein Beispiel ist die “Überanpassung in Beziehungen”. Harmonie steht an oberster Stelle. Hat der andere ein gutes Gefühl im Zusammensein mit mir, wird er nicht böse auf mich, wird er sich nicht abwenden und ich werde nicht verlassen. Als Kind natürlich überlebensnotwendig – heute nicht mehr. Als Erwachsene kann ich auch weiterleben, wenn mich jemand verlässt. Das Problem ist aber das es sich nicht so anfühlt. Es fühlt sich bedrohlich und existenziell an und muss deshalb um alles in der Welt vermieden werden. Also tue ich alles dafür, dass der andere bleibt. Ich weiß was die Bedürfnisse des anderen sind und erfülle sie in vorauseilendem Gehorsam, ich stelle den anderen an oberster Stelle, widerspreche nicht, melde keine eigenen Bedürfnisse an – zumal sie mir auch gar nicht bewusst sind – habe selten eine eigene Meinung, bin mit allem einverstanden usw. Dies alles läuft völlig automatisch ab, ich muss dazu nicht überlegen.

Um nun dieses Muster – und das ist nur eines von vielen – zu durchbrechen, bedarf es sehr viel. Das Verhalten ist eine Sache, sich aber stets bewusst zu sein, dass keine Gefahr droht, auch wenn es sich so anfühlt ist eine ganz andere Hausnummer.

Und somit ist das “leben lernen” eine wirklich große Aufgabe. Es wird darum gehen mich in kleinen Schritten voranzutasten und geduldig mit mir zu sein.

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